Viele Menschen fragen sich: Warum wird eigentlich alles teurer? Und oft hört man die Erklärung: „Das Geld verliert an Wert.“ Aber was heißt das konkret? Warum verlangt der Bäcker morgen zwei Münzen für das gleiche Brot, das heute noch eine Münze kostet?
Das Geheimnis liegt in der Geldmenge
Stell dir vor, es gibt ein kleines Dorf mit 100 Münzen im Umlauf und 100 Broten.
Käufer und Verkäufer einigen sich: Ein Brot kostet eine Münze.
Nun verteilt der Bürgermeister plötzlich weitere 100 Münzen. Jetzt gibt es doppelt so viel Geld, aber immer noch nur 100 Brote.
Wie zeigt sich das? Nicht, indem die Leute gleich doppelt so viel zahlen. Sondern Schritt für Schritt, wie eine Kettenreaktion:
- Mehr Geld → mehr Nachfrage
Manche Dorfbewohner kaufen nun nicht nur ein Brot, sondern zwei oder drei. Der Bäcker merkt: Seine Brote sind viel schneller ausverkauft als früher. - Knappheit treibt Preise
Wenn die Brote schon mittags weg sind, denkt der Bäcker: „Offenbar kann ich etwas mehr verlangen.“ Also probiert er es – und die Brote gehen trotzdem weg. - Kosten steigen mit
Gleichzeitig erhöht der Müller die Preise für Mehl, weil auch seine Säcke sofort verkauft sind. Der Bäcker muss mehr für Mehl bezahlen. Seine Angestellten sehen, dass Brot und andere Dinge teurer werden, und fordern höhere Löhne. - Der Bäcker muss nachziehen
Am Ende muss der Bäcker den Brotpreis erhöhen. Nicht weil er „plötzlich gierig“ ist, sondern weil Nachfrage und Kosten im ganzen Dorf gestiegen sind.
Das Entscheidende: Der Bäcker weiß gar nicht, dass der Bürgermeister Münzen verteilt hat. Er spürt es über sein tägliches Geschäft. Shnellere Verkäufe, steigende Kosten, höhere Lohnforderungen.
Warum nicht alle einfach bei „einer Münze“ bleiben können
Vielleicht denkst du: „Aber man könnte sich doch einfach einigen, dass das Brot weiter nur eine Münze kostet.“
Das würde nur funktionieren, wenn sich das gesamte Dorf gleichzeitig daran hält. In der Realität aber passt sich jeder an seine eigenen Kosten und Beobachtungen an und so setzt sich die Preisspirale unaufhaltsam in Gang.
Fiat-Geld vs. Bitcoin
Fiat-Geld (Euro, Dollar usw.) kann beliebig vermehrt werden. Staaten und Banken bringen ständig neues Geld in Umlauf. Deshalb verlieren diese Währungen über Zeit Kaufkraft – Preise steigen.
Bitcoin dagegen ist begrenzt. Es wird niemals mehr als 21 Millionen Bitcoin geben.
Niemand kann einfach neue erschaffen. Dadurch bleibt die Geldmenge stabil. In so einem System werden Preise nicht künstlich durch Geldentwertung nach oben gedrückt, sondern spiegeln vor allem Angebot und Nachfrage der Waren wider.
Fazit
Inflation bedeutet nicht, dass Dinge plötzlich wertvoller werden. Es bedeutet, dass das Geld, mit dem wir messen, seinen Wert verliert und dadurch alle Preise steigen.
Bitcoin setzt genau hier an: Es ist ein Geldsystem mit fester Obergrenze, das dieser schleichenden Entwertung einen Riegel vorschiebt.

