Viele Einsteiger fragen sich: „Wenn Bitcoin doch nur Software ist – kann man die Regeln nicht einfach ändern?“
Auf den ersten Blick klingt das logisch. Schließlich wird Software überall auf der Welt ständig aktualisiert. Doch bei Bitcoin funktioniert das nicht so. Die Regeln sind unverrückbar – und genau das macht Bitcoin einzigartig.
Bitcoin ist wie ein Regelbuch
Stell dir Bitcoin wie ein Spiel vor, in dem es ein festes Regelbuch gibt. In diesem Regelbuch steht: „Es gibt maximal 21 Millionen Spielsteine.“ Jeder, der beim Spiel mitmacht, hat eine Kopie davon.
Dieses Regelbuch ist die Bitcoin-Software, die auf Computern läuft. Diese Computer heißen „Nodes“. Das sind keine Hightech-Maschinen, sondern ganz normale Laptops oder kleine Geräte, die Menschen freiwillig betreiben.
Wenn jemand versucht, eine Regel zu brechen – zum Beispiel neue Spielsteine über die 21-Millionen-Grenze hinaus einzuschmuggeln – dann schauen die anderen in ihr Regelbuch und lehnen das ab. Für sie ist das schlicht Falschgeld.
Wer betreibt diese Regelbuch-Computer?
Es sind ganz verschiedene Menschen. Manche sind normale Nutzer, die einfach sicherstellen wollen, dass ihre eigenen Transaktionen korrekt sind. Andere sind Unternehmen oder Börsen, die mit Bitcoin arbeiten. Und viele sind auch Miner, auf die wir gleich noch kurz eingehen.
Wichtig ist: Es gibt weltweit zehntausende bis hunderttausende dieser Regelbuch-Computer, verteilt über alle Länder. Niemand kontrolliert sie zentral – sie prüfen alle eigenständig und unabhängig voneinander.
Miner – die Spieler auf dem Feld
Miner betreiben ebenfalls solche Regelbuch-Computer, aber ihre Rolle ist eine andere. Während Nodes die Schiedsrichter sind und streng auf die Einhaltung der Regeln achten, sind Miner die Spieler, die das Spiel voranbringen. Sie fügen neue Spielzüge hinzu – also neue Blöcke in die Kette.
Doch auch Miner können die Regeln nicht verändern. Wenn ein Miner versucht, Falschgeld ins Spiel zu bringen, lehnen die Nodes diesen Block sofort ab. Das Zusammenspiel ist klar: Ohne Miner würde das Spiel stehen bleiben, ohne Nodes würde niemand prüfen, ob die Regeln eingehalten werden. Erst gemeinsam entsteht ein System, in dem niemand allein die Kontrolle hat.
Das Gedankenexperiment „Bitcoin++“
Stell dir vor, ein paar Entwickler ändern das Regelbuch und schreiben hinein: „Es gibt jetzt 42 Millionen Spielsteine.“ Sie veröffentlichen das als neue Software, und ein paar Leute installieren sie tatsächlich. Die große Mehrheit der Regelbuch-Computer aber bleibt beim alten Regelbuch.
Das Ergebnis: Das Netzwerk spaltet sich. Plötzlich gibt es zwei Spiele. Das eine heißt weiterhin Bitcoin mit der 21-Millionen-Regel. Das andere ist ein neues Projekt mit 42 Millionen Spielsteinen. Aber es ist eben nicht mehr Bitcoin, sondern ein neuer Altcoin.
Für dich als Käufer bedeutet das: Wenn du heute Bitcoin in einer App oder bei einer Börse kaufst, dann verbindest du dich automatisch mit dem Netzwerk, dem die große Mehrheit folgt. Und das ist seit über 15 Jahren dasselbe: Bitcoin mit unveränderten Regeln.
Historisches Beispiel: Bitcoin Cash
Genau so etwas hat es schon gegeben. 2017 wollte eine Gruppe von Entwicklern die Regeln ändern und nannte das neue Projekt „Bitcoin Cash“. Einige Börsen boten es an, ein paar Nutzer machten mit. Doch die große Mehrheit blieb beim alten Regelbuch. Heute ist Bitcoin Cash nur noch eine Randnotiz, während Bitcoin weiter das Original ist.
Fazit
Bitcoin ist nicht einfach Software, die man beliebig anpassen kann. Es ist ein weltweites Regelbuch, das von unzähligen Computern geprüft wird. Weder Entwickler noch Miner können diese Regeln im Alleingang ändern. Wer es versucht, erschafft nur einen neuen Altcoin.
Genau deshalb ist Bitcoin unveränderbar – und genau deshalb vertrauen Millionen Menschen weltweit diesem Geld.

